Frauen und ihr Mikronährstoff-Haushalt

Zwei Frauen im Gespräch

Der weibliche Organismus meistert im Leben viele Herausforderungen und durchläuft mehrere unterschiedliche Phasen. Und in diesen verschiedenen Abschnitten benötigt er auch unterschiedliche Unterstützung. Bereits in der Pubertät, mit dem Einsetzen der Regelblutung, während der Einnahme eines hormonellen Verhütungsmittels, in der Schwangerschaft und Stillzeit, in den Wechseljahren oder während intensiven Trainingsphasen – mit gewissen Mikronährstoffen wie Eisen, Magnesium, B-Vitamine u.a. können Sie den erhöhten Bedarf Ihrer Kundinnen gezielt decken.

Erfahren Sie in Form von interaktiven Vorträgen, Seminaren, Webinaren oder E-Learnings von unseren Experten exklusiv für alle PRO Academy-Teilnehmer wie Sie Ihre Kundinnen oder Patientinnen in den unterschiedlichen Lebensphasen am besten unterstützen können.

Kurse zum Thema Frau

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Eine Schaufel voll Linsen in einem Juttesack

Spurenelement für Energie & Blutbildung

Eisen

In diesem E-Learning können Sie Ihr Wissen über die Eisen-Funktionen im Körper auffrischen und weitere wichtige Fragen rund um das Spurenelement beantworten. Denn gerade im Praxisalltag ist wichtig, eine Antwort parat zu haben.

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Das Leben der Frau in Mikronährstoffen

Frauengesundheit unter der Lupe

Frauen durchlaufen eine Vielzahl an Lebensabschnitten, die sie vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. In diesem Modul erfahren Sie welche Mikronährstoff-Verzehrempfehlung sich für Ihre Kundinnen in den unterschiedlichen Abschnitten und bei Indikationen wie PMS eignen.

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Ein Pärchen, das gemeinsam in den Händen ein paar Kinderschuhe hält.

Optimal begleitet mit Mikronährstoffen

Kinderwunsch & Schwangerschaft

Mikronährstoffe spielen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft eine große Rolle. Vertiefen Sie in diesem Seminar Ihr Wissen zum Thema Fertilität und Schwangerschaft und erhalten Sie praxisorientierte Informationen für die Beratung Ihrer Kundinnen während Zeiten erhöhten Belastung.

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Oft gestellte Fragen

Kann Hyaluronsäure oral aufgenommen werden?

Hyaluronsäure ist ein Glykosaminoglykan und kommt ubiquitär in menschlichen und tierischen Geweben vor. Hohe Hyaluronsäure-Konzentrationen sind in der Synovialflüssigkeit der Gelenke sowie im Glaskörper des Auges und der Haut zu finden.

Therapeutisch wird Hyaluronsäure als Injektion in der ästhetischen Medizin sowie bei Arthrose eingesetzt. Doch kann sie auch oral aufgenommen werden?

Um das herauszufinden markierten die Wissenschaftler um Balogh L. hochmolekulare Hyaluronsäure radioaktiv und analysierten im Tiermodell die Absorption, Verteilung und Exkretion der Moleküle nach einmaliger oraler Verabreichung gegen Placebo. Die markierte Hyaluronsäure war dabei deutlich in Blut, Knochen, Kniegelenken, Muskulatur und der Haut nachweisbar. Selbst 72 Stunden nach oraler Aufnahme waren noch 10 Prozent der verabreichten Hyaluronsäure detektierbar.

Die Studie zeigt: oral verzehrte Hyaluronsäure kann resorbiert und anschließend im Gewebe verteilt werden. Die Hyaluronsäuremoleküle werden dabei unverändert bzw. zum Teil depolymerisiert in die systemische Zirkulation aufgenommen.

Die Antwort lautet daher: Ja!

Quellen:

Balogh L. et.al.; Absorption, Uptake and Tissue Affinity of High-Molecular-Weight Hyaluron after Oral Administration in Rats and Dogs; Journal of Agricultural and Food Chemistry; 2008

Wie wird oral zugeführtes Kollagen-Hydrolysat resorbiert und welche Effekte zeigen sich?

1. Bioverfügbarkeit (1)

Kollagen Typ-1-Peptide sind die häufigste Kollagenart im Säugetier. Sie sind wichtiger Bestandteil von z.B. Haut, Sehnen, Faszien und Knochen. Die Bioverfügbarkeit daraus hergestellter Kollagen-Hydrolysate ist aufgrund ihrer guten Löslichkeit in Wasser sehr hoch. Sie wird in der Literatur mit >60% beschrieben.

2. Resorption (2)

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gehen von folgendem Resorptionsmechanismus aus:

Im Rahmen des Verdauungsprozesses werden die Kollagen-Peptide in Di- und Tripeptide zerlegt. Die Peptidfragmente scheinen resistent gegenüber weiterer intrazellulärer Hydrolyse zu sein. Die Resorption durch die Mucosa im Dünndarm erfolgt mittels PEPT 1 Transporter (Peptidetransporter 1). Im menschlichen Organismus konnten bereits eine Stunde nach dem Verzehr von Kollagen-Peptiden Hydroxyprolin-beinhaltende Di- und Tripeptide im Blut detektiert werden.

3. Effekte auf Parameter der Hautalterung (2)

Kann die orale Zufuhr von Kollagenpeptiden Parameter der natürlichen Hautalterung wesentlich beeinflussen? Zu dieser zentralen Forschungsfrage führte die Gruppe um Asserin et al. zwei doppelblinde, placebokontrol­lierte Studien durch.

Ergebnisse:

  • Kollagensupplementierung erhöht die Hautfeuchtigkeit
  • Kollagensupplementierung erhöht die Kollagendichte und reduziert die Fragmentierung des Kollagens.

Diskussion:

Die Autoren sehen als Kollagen-Wirkstrategien u.a. eine verminderte MMP-Expression (Matrix Metalloproteinase) sowie eine Steigerung der Synthese von Glykosaminoglyka­nen, speziell der Hyaluronsäure. Die Expression der Hyalu­ronsäure-Synthase wird vom Kollagendipeptid „Prolin-Hy­droxyprolin“ induziert.

Quellen:

  1. Wang L. et. al.; Bioavailability and Bioavailable Forms of Collagen after Oral Administration to Rats; J. Agric. Food Chem. 2015; 63 (14); pp 3752–3756
  2. Asserin J., et.al.; The effect of oral collagen peptide supplementation in skin moisture and the dermal collagen network: Evidence from an ex vivo model and randomized, placebo-controlled clinical trials; Journal of Cosmetic Dermatology 2015

Warum ist eine ausreichende Versorgung mit Jod gerade in der Schwangerschaft wichtig?

Der Jod-Bedarf steigt in der Schwangerschaft um rund 15% an. Daran sind unterschiedliche Faktoren beteiligt: Beispielsweise führt die vermehrte Ausschüttung von Östrogen auch zu einer gesteigerten Produktion der Schilddrüsenhormone, für die Jod gebraucht wird. Hinzu kommt, dass der Fötus bereits in der 12. Schwangerschaftswoche mit der Synthese seiner eigenen Schilddrüsenhormone beginnt.

Eine ausreichende Jod-Versorgung ist wichtig für die Entwicklung der Organe und des Nervensystems des Ungeborenen. Aber auch für die werdende Mutter ist Jod essenziell. Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern schon in der Kinderwunschphase. Denn Jod ist wichtig für die Fruchtbarkeit. Ist das Wunschkind erst einmal auf der Welt, steigt der Jodbedarf der Mutter noch weiter an. Jod geht zur Versorgung des Säuglings in die Muttermilch über. Ist der Jod-Status der Mutter nicht optimal, überträgt sich dies auch auf das Kind. Die Versorgung des Neugeborenen mit dem wertvollen Spurenelement ist sehr bedeutsam in den ersten Lebensmonaten, damit sich auch in dieser intensiven Entwicklungsphase die Nerven und Organe weiter ausbilden können.

Die Böden in Deutschland und Österreich sind jodarm. Viele Frauen - besonders Veganerinnen - erreichen mit der täglichen Ernährung die empfohlenen Zufuhrmengen für Jod nicht. Zigarettenrauch oder die langfristige Anwendung der Pille können den Bedarf weiter ansteigen lassen. Offizielle Stellen (z.B. BfR), empfehlen daher, während der Schwangerschaft, bis zum Ende der Stillzeit, in Absprache mit dem Arzt 100 – 150 µg Jod täglich zu ergänzen.

Quellen:

Bundesministerium für Risikobewertung; Ratschläge für die ärztliche Praxis; Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft; Berlin; 2014

Ist die Anwendung von Isoflavonen sicher?

Die Sicherheit von Isoflavonen ist gut untersucht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersuchte im Auftrag des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung, ob die Einnahme von Isoflavon-hältigen Nahrungsergänzungsmitteln bei peri-und postmenopausalen Frauen zu möglichen Gesundheitsrisiken und unerwünschten Wirkungen führen kann. Resultat: Isoflavone, in Konzentrationen, die üblicherweise in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden sind, sind für peri-und postmenopausale Frauen auch bei längerer Anwendung wirksam und sicher. Isoflavone gelten auch in meidzinischen Fachkreisen, wie der österreichischen Menopausegesellschaft, als Mittel der Wahl gegen Wechselbeschwerden.

Quellen:

  1. Schmidt M.; Österreichische Menopausegesellschaft; Soja-Isoflavone als erstes Mittel der Wahl gegen vasomotorische Beschwerden in der Menopause; Consensus; 2016
  2. EFSA; Risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones; 2015

Können Nahrungsbestandteile die Eisenaufnahme beeinflussen?

In der Tat, Nahrungsbestandteile können die Eisenaufnahme beeinflussen. Deshalb ist primär nicht der Gehalt von Eisen in Lebensmitteln entscheidend.

Eisen in Lebensmitteln

Eisen ist sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln zu finden, großteils komplex gebunden. Die für die Ernährung bedeutendste Eisenverbindung ist das Protein Häm. Es ist in hohen Mengen in tierischen Lebensmitteln zu finden (Hämoglobin, Myoglobin). In pflanzlichen Lebensmitteln hingegen kommt Eisen vorwiegend als Nicht-Häm-Eisen, vor. Zu diesen Verbindungen zählen beispielsweise Eisen-Schwefel-Proteine oder Nicht-Häm-Enzyme.

Resorption

Die Resorptionsrate von Häm-Eisen liegt bei etwa 20 % und ist relativ hoch. Sie wird vor allem über den individuellen Eisenstatus beeinflusst. Die Resorptionsrate von Nicht-Häm-Eisen ist deutlich geringer und liegt nur bei rund 3-8 %. Sie wird maßgeblich von absorptionshemmenden und -fördernden Komponenten der Nahrung beeinflusst.

Wichtige Absorptionshemmer von Nicht-Häm-Eisen sind:

  • Phytinsäure (zB.: Getreide, Hülsenfrüchte)
  • Polyphenole (zB.: Schwarzer Tee, Kaffee)
  • Soja Protein
  • Ei-Albumin
  • Casein

Wichtige Absorptionsförderer von Nicht-Häm-Eisen sind:

  • Vitamin C
  • Piperin (Bestandteil des schwarzen Pfeffers)

Vitamin C hat zwei bedeutende Eigenschaften: Zum einen kompensiert Vitamin C teilweise die negativen Effekte der Phytinsäure sowie der Polyphenole. Zum anderen kann Vitamin C Fe3+ zu Fe2+ reduzieren.

Piperin unterstützt die Durchblutung des Gastrointestinaltraktes sowie die Membranfluidität. Dadurch wird Eisen besser aufgenommen.

Quellen:

  1. Elmadfa I., Leitzmann C.; Ernährung des Menschen; Eugen Ulmer KG 2015; Aufl 5
  2. Ekmekcioglu C., Marktl W.; Essenzielle Spurenelemente. Klinik und Ernährungsmedizin; Springer-Verlag/Wien 2006
  3. Wadhwa S. et al.; Bioavailability Enhancement by Piperine: A Review; Asian Journal of Biomedical and Pharmaceutical Sciences 2014
  4. Majeed M., et al.; An Evaluation of Bioavailability Enhancement of Organic Elemental Iron with BioPerine® in Rabbits; Ijppr. Human 2016; Vol. 5-(4):-72-79

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