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Von Anfang an gut versorgt

Mag. pharm. Katrin Wiesinger

Das Essen für „Zwei“ ist nicht notwendig, die gesteigerte Zufuhr von Mikronährstoffen hingegen schon.

Mikronährstoffe und Kinderwunsch

Gerade Frauen, die bislang mit hormonellen Kontrazeptiva verhütet haben, weisen eine Mangelversorgung mit den Vitaminen des B-Complexes mit Jod und Magnesium auf. Besonders bei unmittelbar folgendem Kinderwunsch besteht Handlungsbedarf.

Bestimmte B-Vitamine, darunter vor allem Folat, sind in der Prävention von Entwicklungsstörungen bei Babys essenziell. Studien belegen den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Neuralrohrdefekten beim Ungeborenen und der Folatversorgung von Frauen. Das Neuralrohr schließt sich zwischen dem 21. und 28. Schwangerschaftstag. Es ist gut nachzuvollziehen, dass viele Frauen zu diesem frühen Zeitpunkt noch unvorbereitet sind. Eine fehlerhafte Differenzierung des Neuralrohrs führt zu einer gestörten Entwicklung des zentralen Nervensystems. Die Inzidenz dafür liegt in Österreich und Deutschland bei 9 von 10.000 Geburten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mit den Fachgesellschaften in Österreich und der Schweiz (D-A-CH) raten daher Frauen, die eine Schwangerschaft planen, spätestens 4 Wochen vor Beginn zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 Mikrogramm synthetische Folsäure zu sich zu nehmen, am besten in Kombination mit Vitaminen des B-Komplexes. Allerdings erfordert die Aktivierung der Folsäure ein spezielles Enzymsystem (5,10-Methyltetrahydrofolatreduktase), das bei ca. 15 % der Bevölkerung vermindert funktionsfähig ist.

Um gerade vor und während der Schwangerschaft eine optimale Folsäure-Versorgung zu gewährleisten, bietet sich der Einsatz von Quatrefolic® an. Die bioaktive Form der Folsäure (5-Methyltetrahydrofolsäure) unterstützt unmittelbar physiologische Stoffwechselprozesse und benötigt kein Enzymsystem zur Aktivierung.

Feintuning für den Mann

Mikronährstoffe werden selbst von starken Männern gebraucht. Studien belegen, dass bei einem Selenmangel die Spermienzahl sinkt. Eine normale Zinkversorgung korreliert mit der Spermienmotilität. Auch Vitamin E spielt eine Rolle. Es schützt vor oxidativem Stress, welcher den Spermien Schaden zufügen kann, und trägt – über eine ausgewogene Ernährung – zur Verbesserung des Spermiogramms bei.

Erhöhter Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit

Das Essen für „zwei“ ist nicht notwendig, die gesteigerte Zufuhr von Mikronährstoffen hingegen schon. Gemäß D-A-CH-Empfehlung besteht während der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf für die Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C, E und Folsäure sowie Phosphor, Eisen, Jod und Zink.

Vitamin A dient der Synthese von Retinol und Retinolester sowie Retinoiden, die essenziell für die Differenzierung von Epithelien und für die kindliche Entwicklung sind. Die Zufuhr von Vitamin A in seiner Vorstufe Beta-Carotin gewährleistet eine sichere Bedarfsdeckung in der Schwangerschaft. Tagesbedarf: 1,1 mg Retinol- Äquivalent/Tag in der Schwangerschaft und 1,5 mg Retinol-Äquivalent/Tag in der Stillzeit (D-A-CH 2016).

Magnesium ist an über 300 Enzymprozessen beteiligt. Eine unzureichende Versorgung mit Magnesium wird häufig mit Anstieg der Abortrate, Präeklampsie oder Frühgeburtlichkeit assoziiert. Tagesbedarf: 310 mg in der Schwangerschaft und 390 mg in der Stillzeit. Die verzweigtkettigen Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin ermöglichen durch die Unterstützung des normalen Muskeltonus einen entspannten Schlaf und beeinflussen die natürliche Wehentätigkeit nicht.

Vitamin D ist an der Aufrechterhaltung des Calcium-Phosphat-Haushaltes und des Knochenstoffwechsels beteiligt. Vor allem in unseren Breiten ist ein Vitamin-D-Mangel häufig und kann zu einer verminderten Calcium- Verwertung führen. In dieser Notsituation greift der Körper sein größtes Calcium-Depot an: Knochen und Zähne. Um dem Sprichwort „Jedes Kind kostet einen Zahn.“ mit einem strahlenden Lächeln zu begegnen, empfiehlt sich eine ausreichende Supplementierung mit Vitamin D. Der Tagesbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit beträgt 800 I. E./Tag (D-A-CH 2016).

Eine unzureichende Versorgung mit Magnesium wird häufig mit Anstieg der Abortrate, Präeklampsie oder Frühgeburtlichkeit assoziiert.

Für einen gesunden Start ins Leben

Omega-3-Fettsäuren sind für eine gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns, der Augen und des zentralen Nervensystems essenziell. Die in diesem Zusammenhang bedeutenden Omega-3-Fettsäuren sind DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure). DHA ist ein zentraler Bestandteil der Zellmembran, ganz besonders der Nervenzellen. Das Zusammenspiel von EPA und DHA kann zudem das Risiko des Ungeborenen für die Entwicklung von Allergien und Neurodermitis reduzieren. Der Tagesbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit liegt bei > 200 mg DHA/Tag (laut D-A-CH 2016)

In puncto Vermeidung von Allergien und Neurodermitis hat sich auch der Einsatz von Probiotika bewährt. Die internationale Literatur erachtet die Versorgung mit einer Kombination an probiotischen Bakterienstämmen bereits ab der 32. Schwangerschaftswoche und in einer hohen Keimzahl (CFU > 1 × 109) als sinnvoll. Dies führt bereits im Mutterleib zu einer Modulierung des kindlichen Immunsystems in Richtung Th1-Th2-Balance und sorgt damit für einen abwehrstarken Start ins Leben.

*Erstveröffentlicht im "PRO Q1/2017 - Magazin für medizinische Fachkreise". www.promedico.at

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