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Venenpflege im Sommer

Dr. Birgit Schiel

Rund die Hälfte aller Erwachsenen leidet an Krampfadern, wobei v.a. die Waden und die Innenseite der Beine betroffen sind. Was für die Meisten lediglich ein optisches Problem darstellt, ist für den Spezialisten ein Hinweis auf instabile Venenwände und ein schwaches Bindegewebe.

Vererbung, Übergewicht, stehende Berufe, Bewegungsmangel, Schwangerschaft oder Hormoneinnahmen (Pille!) zählen zu den häufigsten Ursachen. Ein Mangel an Mikronährstoffen sowie der natürliche Alterungsprozess können die Stabilität der Venenwände ebenfalls beeinträchtigen.

Was mit Kribbeln in den Beinen, geschwollenen Knöcheln und Wadenkrämpfen beginnt, kann sich unbehandelt zu schmerzhaften Entzündungen in den Venen entwickeln. So sind selbst die harmlos erscheinenden Besenreiser nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ausgewählte Mikronährstoffe können hier unterstützend agieren – so trägt beispielsweise Vitamin C zu einer normalen Kollagenbildung und Gefäßfunktion bei.

Wunderwerk Venen

Venen sind äußerst dünnwandig und befördern das Blut gegen die Schwerkraft in Richtung Herzen. Unterstützt werden sie durch die aktive Bewegung der angrenzenden Beinmuskulatur. Zusätzlich sorgen Venenklappen für die richtige Fließrichtung und verhindern den Rückfluss im Gefäß. Sind die Gefäßwände allerdings geschwächt, verlieren die Venenklappen ihre Funktion und das zurückgestaute Blut lässt die Venen anschwellen und als Krampfadern an die Oberfläche drängen. Entzündungsprozesse an der Endothelinnenwand können letztendlich zu Ödemen, Gewebeverfärbungen bis hin zu Geschwüren führen.

Mit Hilfe ausgewählter Mikronährstoffe lassen sich die Ursachen, in diesem Fall die Venenqualität, durch die Pflege des Bindegewebes, positiv beeinflussen.

Vitamin C & E

Vitamin C ist für die Kollagensynthese und damit für funktionsfähige Blutgefäße essentiell. Als Antioxidantien schützen Vitamin C und E die Zellen des Bindegewebes und der Gefäße vor oxidativem Stress. Vitamin C trägt zudem zur Regeneration der reduzierten Form von Vitamin E bei.

Kupfer

Das Spurenelement Kupfer trägt als Antioxidans zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei und leistet gleichzeitig über die Lysyl-Oxidase einen Beitrag zur Erhaltung des Bindegewebes.

Bioflavonoide

Aufgrund der vielfältigen Eigenschaften haben sich einige Flavonoide traditionell bereits bestens bewährt. Als Reinsubstanzen hervorzuheben sind Citrusbioflavonoide, Quercetin, Pycnogenol® und Hesperidin. Zu den bekanntesten Pflanzen mit einem hohen Flavonoidanteil zählen wiederum Buchweizenkraut, Ginkgoblätter, Rosskastanie oder rotes Weinlaub.

Bromelain

Das proteolytische Enzym aus der Ananas entfaltet, zwischen den Mahlzeiten verzehrt, fibrinolytische Eigenschaften und beugt Ödemen durch einen erleichterten Eiweißtransport vor.

Apothekentipps zur Venenpflege

  • Öfters barfuß gehen und hohe Absätze meiden.
  • Regelmäßige Bürstenmassagen von den Zehen Richtung Oberschenkel.
  • Kneippen und Wechselduschen mobilisieren müde Beine.
  • Übung für zwischendurch:
    Auf die Zehenspitzen stellen und abrollen. Durch das An- und Entspannen der Muskeln werden die Venen immer wieder komprimiert, was zu einem verbesserten Rückfluss des Blutes führt.
  • Übergewicht? Jedes Kilo zu viel belastet die Venen.
  • Bei stehenden Berufen Kompressionsstrümpfe tragen.

Fazit

Eine optimale innerliche Venenpflege setzt sich aus einem gut dosierten Antioxidantien-Komplex mit den Vitaminen C und E, den Spurenelementen Kupfer, Selen und Zink sowie einer Bioflavonoidkomponente zusammen.