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Intensivseminar "Nährstoffberatung" mit Uwe Gröber

Ein Nachbericht von Martina Enthammer

Martina Enthammer, ihres Zeichens PKA und Bloggerin, nahm an einem Intensivseminar mit dem Mikronährstoff-Experten Uwe Gröber teil. Welche neuesten Erkenntnisse es in der orthomolekularen Medizin gibt, wie Arzneimittel und Mikronährstoffe zusammenwirken oder wie Sie Mikronährstoffe bei AMD oder Lebererkrankungen sinnvoll einsetzen, erzählt sie Ihnen in diesem Nachbericht.

Der renommierte Mikronährstoffexperte Uwe Gröber teilt schon seit Jahren mit Leidenschaft sein Wissen zu orthomolekularer Medizin. So auch im zweitägigen Intensivseminar zum Thema Nährstoffberatung, das in der steirischen Landeshauptstadt Graz stattfand. Die Inhalte des Seminars stützen sich auf zahlreiche Forschungsergebnisse und Publikationen weltweit angesehener Doktoren und Fachspezialisten. Lassen Sie sich nun von mir – Martina Enthammer – mit auf eine Reise durch die Welt der Mikronährstoffe nehmen. Beginnen wir mit den neuesten Erkenntnissen aus der orthomolekularen Medizin.

Aktuelles aus der Mikronährstoffmedizin – ein Auszug

  • Zink und Erkältung: Zink kann die Symptome von Erkältungskrankheiten verringern und so das Immunsystem günstig beeinflussen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit könnte der Mikronährstoff dahingehend eine Unterstützung bieten.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese sind wichtig für das Gehirn. Präventiv angewendet können sie zellschützend, antientzündlich und immunstimulierend sein.
  • Vitamin D: Nach neuesten Erkenntnissen können Sie Vitamin D unterstützend in der Schmerztherapie einsetzen, da es einen positiven Einfluss auf den Entzündungsstoffwechsel hat. Ebenso kann Vitamin D bei Psoriasis überraschend positive Ergebnisse auf das Hautbild erzielen.
  • Coenzym Q10: Der Mikronährstoff wird im Anti-Aging- Bereich und für den Zellschutz eingesetzt. Zudem ist es für die Unterstützung der Herzfunktion hilfreich. Ab 40 ist es sinnvoll CoQ10 zu supplementieren, da mit fortschreitendem Alter die körpereigene CoQ10-Bildung abnimmt.

NAFDL (die nichtalkoholische Fettlebererkrankung)

Gründe für die Entstehung einer Fettleber sind hauptsächlich Fehlernährung – insbesondere eine kohlenhydratlastige Ernährung sowie Bewegungsmangel. 2006 wurde der Fettleber Index eingeführt – dieser dient zur Bestimmung eines Fettlebererkrankungsrisikos. In einem Algorithmus wird aus BMI, Bauchumfang, Triglyceriden und gamma-GT der Index bestimmt.

Folgende Personen können von NAFDL betroffen sein:

  • Normalgewichtige, Schlanke: Sie werden als TOFI bezeichnet (Thin Outside, Fat Inside)
  • Übergewichtige
  • Diabetes-mellitus-Typ-2-Erkrankte

Gesunde Ernährung – der Weg ist das Ziel

Um dem Risiko verschiedener Zivilisationskrankheiten entgegenzuwirken, sollten wir auf eine gesunde Ernährung sowie ausreichend körperliche Bewegung achten – hier kann man sich an der Ernährungspyramide der Universität Harvard orientieren. Die Harvard-Ernährungspyramide empfiehlt die tägliche Gabe eines Multivitaminpräparates und eine zusätzliche Verabreichung von Vitamin D sowie folgende Tipps:

  • Abnehmen geht nicht über Kalorienzählen
  • Mehr Protein essen (aus tierischen und pflanzlichen Quellen)
  • Weniger Kohlenhydrate essen
  • Mehr hochwertiges Fett (z.B. Olivenöl, Rapsöl, Leinöl). Das wirkt sich günstig auf Gehirn und Herz aus und wirkt der Insulinresistenz entgegen
  • So wenig Kalorien wie möglich trinken – auf zuckerhaltige Getränke verzichten
  • Krafttraining und Ausdauertraining betreiben
  • Genügend Schlaf und viel frische Luft
  • Ausreichend Vitamin D, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren zuführen

Mineralstoffe – Wissenswertes kurz zusammengefasst

  • Magnesium: Der Mineralstoff hängt im Stoffwechsel mit Vitamin D zusammen. Denn er ist ein Co-Faktor für die Vitamin-D-Bildung und -Verwertung. Eine ausreichende Magnesium-Versorgung könnte zudem auch bei dementiellen Erkrankungen hilfreich sein.
  • Chrom: Ist für den Zuckerstoffwechsel essenziell und sollte ein Bestandteil in der Diabetestherapie sein.
  • Selen: Die Schilddrüse braucht diesen Mikronährstoff, um ordnungsgemäß zu funktionieren.

Arzneimittel und Mikronährstoffe

Viele Arzneimittel sind wahre Mikronährstoff-Räuber. Jedoch ist auch entscheidend, über welchen Zeitraum Medikamente eingenommen werden und wie der Ernährungsstatus des Betreffenden ist. Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Senioren – aufgrund von Stoffwechselveränderungen – sowie Menschen, die unkontrolliert Schmerzmittel anwenden. Aber auch Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche gehören dazu.

Beispiel PPIs (Protonenpumpenhemmer)

Laut Kohortenstudie an älteren Patienten scheinen PPI-Anwender ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz und Alzheimer aufzuweisen. Protonenpumpenhemmer beeinträchtigen zudem die Aufnahme von Magnesium, Calcium, Folsäure und Vitamin B12. Im Umkehrschluss empfiehlt sich bei langfristiger PPI-Anwendung die Supplementierung dieser Mikronährstoffe.

Mikronährstoffe in der Prävention und Therapie von AMD

In der Therapie von Makulaerkrankungen haben Mikronährstoffe einen besonders hohen Stellenwert und werden oftmals als Zusatztherapie vom Arzt verordnet. Hier kommen Zink, Kupfer, DHA und EPA sowie Lutein und Zeaxanthin zum Einsatz. Diese Mikronährstoffe unterstützen die Erhaltung der Augenfunktion.

Risikofaktoren für AMD:

  • Alter
  • Rauchen
  • Unterversorgung mit antioxidativen Nährstoffen
  • Sonnenlichtexposition
  • Weibliches Geschlecht
  • Blaue Augen
  • Homocysteinämie
  • Hellhäutigkeit
  • Bluthochdruck

Sportlerin beim Aufwärmen

© Spencer Dahl

Mikronährstoffe im Leistungssport

Im Spitzensport ist es weit verbreitet, dass Supplemente zur Leistungssteigerung herangezogen werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Vitamine und Mineralstoffe unterstützen die Regeneration, das Immunsystem, erhöhen die Leistung, gleichen Ernährungsdefizite aus und dienen der Prävention von Krankheiten. Hochleistungssportler sollten ein besonderes Augenmerk auf die Mikronährstoffe Vitamin D, Eisen, Selen und Omega-3-Fettsäuren legen.

In den Sportarten Rad fahren, Laufen und Triathlon kann man zudem mit einer gezielten Gabe von Aminosäuren die Reduktion von Muskelkater und eine raschere Erholung erreichen.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem zweitägigen Intensivseminar mit Uwe Gröber. Wie Sie sehen, sind wir intensiv in die Welt der Mikronährstoffe eingetaucht und haben einen umfassenden Einblick in die aktuellsten Forschungsergebnisse bekommen.

Vielen Dank an Herrn Gröber und die PRO Academy für dieses lehrreiche Seminar!


© Header- und Vorschaubild: Uwe Gröber